Meine Schwiegermutter hat mir eine riesige Schachtel zum Geburtstag geschickt. Als ich sie öffnete, wurden mein Mann und ich blass.
« Es ist von deiner Mutter », sagte ich mit neutraler Stimme.
Eine kurze Anspannung verkrampfte Marks Gesichtszüge, bevor er sie mit einem beruhigenden Lächeln überdeckte. « Vielleicht ist es nicht so schlimm, wie du denkst, Jane », schlug er vor und versuchte, positiv zu bleiben.
Ich hätte es gerne geglaubt, aber mein Instinkt sagte mir etwas anderes. Vom ersten Moment an, als wir uns trafen, verbarg meine Schwiegermutter Linda ihre Verachtung und Abneigung gegen mich nicht. Zuerst war es nichts Offenes, nur kleine bissige Bemerkungen.
« Oh, du arbeitest im Marketing? So wie es ist… Original », sagte sie mit ihrem kleinen Grinsen. « Mein Sohn verdient jemanden, der so intelligent ist wie er, findest du nicht? »
Mit der Zeit wurden die Kommentare direkter, vor allem nachdem wir Mark geheiratet hatten.
« Wissen Sie, in unserer Familie schätzen wir die Tradition. Der Platz einer Frau ist zu Hause und kümmert sich um ihren Mann und ihre Kinder. Ich hoffe, du wirst der Aufgabe gewachsen sein, mein Schatz«, sagte sie. Sie ließ keine Gelegenheit aus, mich an meine bescheidene Herkunft zu erinnern.
Und als ich unser Baby bekam, wurde ihre Ablehnung nur noch größer. Sie besuchte uns weder im Krankenhaus noch als wir zurückkamen. Stattdessen schickte sie eine knappe E-Mail: « Ich hoffe, dass ihr beide das durchsteht, obwohl ich nicht sagen kann, dass ich von dem Einfluss, den ihr auf mein Enkelkind haben werdet, begeistert bin. »
Mark versuchte, ihre Texte abzutun und bestand darauf, dass sie sie nicht so gemeint hatte. Aber sie tun mir immer noch weh. Jetzt, mit dieser riesigen Kiste vor mir, stand ich unter Schock und fühlte, wie sich ein Ball der Angst in meinem Magen verknotete. War es sein Versuch, Frieden zu schließen? Oder ein neuer passiv-aggressiver Stachel?
« Los, mach es auf », beharrte Mark sanft, obwohl ich das Unbehagen in seiner Stimme hören konnte.
Mit zitternden Händen riss ich den Rest des Geschenkpapiers ab und enthüllte eine einfache, unbedeutende Schachtel darunter. Ich zögerte einen Moment, bevor ich die Klappen öffnete. Der Anblick, der mich begrüßte, ließ mich dahinschmelzen.
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Ich traute meinen Augen nicht. Im Inneren befand sich ein Berg riesiger, altmodischer und, ehrlich gesagt, abstoßender Kleidung. Sie waren alle in den Größen 3X und 4X. Es war die Art von Kleidung, die vor fünfzig Jahren in Mode hätte sein können, und sie war großzügig!
Die Stoffe waren schmutzig, an den Rändern ausgefranst und rochen nach Muff, als wären sie jahrzehntelang in einem feuchten Keller gelagert worden.
Meine Hände zitterten, als ich erkannte, was es war: eine grausame und kalkulierte Beleidigung. Linda machte sich nicht nur über meine bescheidene Herkunft lustig; Sie versuchte, mich auf die persönlichste Art und Weise zu demütigen!
Als er neben mir stand, wurde Mark blass, als er die Kleidung betrachtete. Ohne ein Wort zu sagen, griff er nach seinem Handy und wählte sofort die Nummer seiner Mutter, wobei sein Gesicht mit jedem Klingeln härter wurde.
Als sie antwortete, verschwendete mein Mann keine Zeit! « Mama, was hast du gemacht! », sagte er und schaltete den Lautsprecher ein, damit ich beide Seiten des Gesprächs hören konnte. Es gab einen Moment der Stille, bevor Lindas Stimme zu hören war, kalt und abweisend.
« Was ist los, Mark? Sie schätzen ein durchdachtes Geschenk nicht? »
« Ein durchdachtes Geschenk? Du ziehst mir ein Bein? Marks Stimme erhob sich, gemischt mit Wut und Unglauben. « Du hast meiner Frau absichtlich eine Schachtel Lumpen geschickt, die nicht einmal in einen Zirkusclown passen würden! Was versuchst du zu tun? »
« Ich suche nichts, Mark. Ich dachte nur, Jane würde neue Kleider brauchen », antwortete Linda in einem trügerisch unschuldigen Tonfall.
« Neue Kleider? Sie sind Relikte der Steinzeit! Und sie sind nicht einmal so groß wie sie, Mama. Es ist ekelhaft! Mark schrie mit vor Wut rotem Gesicht.
Ich stand da, überwältigt von einer Mischung aus Gefühlen. Ich war verletzt, wütend und etwas anderes, das ich nicht definieren konnte. War es Erleichterung? Erleichterung, dass Mark seine Mutter endlich so sieht, wie sie wirklich war?
Lindas Stimme wurde kalt. « Du übertreibst. Ich dachte nur, sie könnte etwas anderes genießen. Es ist nicht meine Schuld, dass sie so einen einfachen Geschmack hat. »
Mein Mann biss die Zähne zusammen. « Das ist keine Frage des Geschmacks, Mama. Es ist eine Frage des Respekts, etwas, das man für Jane eindeutig vermisst! Ich habe genug von euren kleinen Spielen! »
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